Ästhetische Dermatologie bei Narben
Narben – wie sie entstehen, wie man sie behandelt
Die Haut ist nicht nur unser größtes Körperorgan (1,5 bis 2 qm), sie erfüllt eine Reihe lebenswichtiger Funktionen für uns und dient u. a. als Schutzschild für das darunter liegende Gewebe.
Wird durch eine Verletzung, durch starke Akne oder einen chirurgischen Eingriff nicht nur die Oberhaut durchtrennt, sondern auch die darunter liegenden Hautschichten (Lederhaut und Unterhaut), entsteht eine Narbe. Unser Organismus ist nicht in der Lage, das zerstörte Gewebe in der ursprünglichen Qualität wieder herzustellen.
Typische Eigenschaften des neuen Gewebes:
- Es ist weniger elastisch
- Die Funktion ist eingeschränkt (keine Haare, Schweissdrüsen etc)
Die Narbenbildung ist der sichtbare letzte Schritt der Wundheilung. Der Körper hat Kollagenfaser-Gewebe neu gebildet und die verletzte Hautpartie erfolgreich repariert. Nur wie die Narbe aussieht, gefällt uns oft nicht. Durch die Beschaffenheit des neuen Gewebes kann sie auffallend rötlich, bräunlich oder heller sein oder – je nach Größe und Ort – zu Bewegungseinschränkungen oder Spannungsgefühlen führen.
Faktoren, die die Narbenbildung beeinflussen
- Alter
- Der Heilungsprozess bei jungen Leute zwischen 10 und 30 Jahren neigt sehr häufig zur Keloidbildung. Das ist eine Überproduktion von Bindegewebe, das die Bildung von großen und dicken Narben zur Folge hat.
- Genetische Ursachen/Hauttyp
- Personen mit dunkler Haut sind anfällig für die Ausbildung von auffälligen Narben. Personen mit rotblonden Haaren und Sommersprossen sowie Personen, bei denen es in der näheren Verwandtschaft bereits zu Auffälligkeiten bei der Wundheilung kam, gehören ebenfalls zur Risikogruppe.
- Hormonelle Einflüsse
- Während der Pubertät und während einer Schwangerschaft neigen Narben dazu, sich zu vergrößern.
- Ort der Narbe
- Es kommt oft zu auffälligen Narben, wenn die Wunde sich am Rücken, an Beinen, Schultern oder Gelenken befindet. Jede Operation im Brustbereich birgt ein erhöhtes Risiko für starke Narbenbildung.
- Wundinfektion
- Infektionen bedeuten immer ein erhöhtes Risiko für starke Narbenbildung.
Narbentypen und adäquate Behandlungen
Narben lassen sich zwar nicht im eigentlichen Sinne entfernen. Es liegt ja leider ein struktureller Hautschaden vor. Wir können sie dennoch effektiv behandeln. – Zur vorbeugenden Behandlung frisch entstehender Narben dient Silikon-Gel. Ältere, manifeste Narben können wir mit verschiedenen Methoden glätten und damit visuell unauffällig machen, manchmal sogar unsichtbar. Üblicherweise ist die individuell abgestimmte Kombination mehrerer Behandlungsmethoden am erfolgreichsten.
| Narbentyp | Methode 1 | Methode 2 | Methode 3 |
|---|---|---|---|
| Eingesunkene (atrophe) Narben | Fraxel- & CO2-Laser | Peeling (AHA plus, TCA) | Hyaluronsäure |
| Aknenarben | Fraxel- & CO2-Laser | Peeling (AHA plus, TCA) | Hyaluronsäure |
| Erhabene (hypertrophe) Narben | Farbstoff-Laser | CO2-Laser | Silikon-Gel |
| Flache Keloide | Farbstoff-Laser | Kryotherapie | Silikon-Gel |
| Gewucherte Keloide | Kortison per Injektion | evtl. Operation | Silikon-Gel |
| Schmerzhafte Narben | Farbstoff-Laser | Botulinumtoxin A | N.N. |
| Juckende Narben | Farbstoff-Laser | Silikon-Gel | N.N. |
| Gerötete Narben | Farbstoff-Laser | Silikon-Gel | N.N. |
| Verhärtete Narben | Farbstoff-Laser | Silikon-Gel | N.N. |
| Verbrennungsnarben (hyperpig.) | Rubin-Laser | Nd:YAG-Laser | Silikon-Gel |
| Schwangerschaftsstreifen | Fraxel-Laser | Mesotherapie | Farbstoff-Laser |